Einleitung
Der Name Tanja George taucht in Suchanfragen fast immer im selben Kontext auf: als Tochter des 2016 verstorbenen “Tatort”-Stars Götz George. Doch wer sich näher mit ihrer Biografie beschäftigt, stößt auf eine Frau, die sich bewusst außerhalb des deutschen Rampenlichts eine eigene, internationale Karriere aufgebaut hat – als Journalistin, Filmemacherin und schließlich als Bildhauerin zwischen Australien und Deutschland. Dieser Artikel ordnet die verfügbaren Informationen zu Tanja George ein, benennt ihre Quellen und macht deutlich, welche Angaben gut belegt sind und wo Unsicherheiten bestehen.
Wer ist Tanja George?
Tanja George ist Bildhauerin und ehemalige Filmemacherin mit österreichisch-deutschen Wurzeln. Nach eigenen Angaben auf ihrer Künstlerwebsite tanja-george.com wurde sie in Wien geboren, wuchs in Deutschland auf und lebt seit 1989 in Australien.
Sie ist die Tochter des deutschen Schauspielers Götz George und der österreichischen Schauspielerin Loni von Friedl. Der NDR dokumentiert diese Familienzugehörigkeit in einem biografischen Porträt über Götz George; das Ehepaar war laut mehreren Quellen von 1966 bis 1976 verheiratet.
Zum Geburtsjahr: Ein einzelner Boulevard-Artikel nennt 1967 als Geburtsjahr in Wien. Da diese Angabe von keiner weiteren unabhängigen Quelle – auch nicht von Tanja Georges eigener Website – bestätigt wird, sollte sie als unbestätigt gelten und nicht als gesicherte Tatsache übernommen werden.
Bevor sich Tanja George der Kunst zuwandte, arbeitete sie laut ihrer eigenen Künstlerbiografie als Journalistin für das Magazin Esquire in Deutschland. 1989 zog sie nach Australien und studierte dort Fine Art mit Schwerpunkten in Fotografie, Film, Malerei und Skulptur. 1995 schloss sie am Victorian College of the Arts einen Bachelor of Film and Television ab.
Wohnort heute: Ihr offizielles Instagram-Profil (@tanja_george) beschreibt sie als “Sculptor Artist” mit Wirkungsorten in Melbourne und Berlin. Das deutet darauf hin, dass sie ihre künstlerische Arbeit inzwischen zwischen Australien und Deutschland aufteilt – passend dazu, dass sie regelmäßig bei den Verleihungen des Götz George Preises in Berlin anwesend ist.
Die Beziehung zu Götz George
Götz George (23. Juli 1938 – 19. Juni 2016) gilt als einer der prägendsten deutschen Schauspieler seiner Generation. International bekannt wurde er vor allem durch seine Rolle als Duisburger Kommissar Horst Schimanski im “Tatort”. Die genauen gesundheitlichen Umstände vor seinem Tod wurden nie offiziell im Detail bestätigt; in der ARD-Talkshow “Beckmann” sprach er allerdings über eine frühere Herzoperation infolge einer Bindegewebsschwäche.
Über sein Privatleben war generell wenig öffentlich bekannt. Mehrere Medienberichte beschreiben die Bindung zwischen Götz George und seiner Tochter Tanja jedoch als ungewöhnlich eng – er habe sie sogar als eine Art Seelenverwandte bezeichnet. Wie stark diese Formulierung tatsächlich von Götz George selbst stammt oder redaktionell zugespitzt wurde, lässt sich anhand der verfügbaren Quellen nicht abschließend klären.
Tanja George als Filmemacherin: Drei dokumentierte Kurzfilme
Bevor die Bildhauerei zu ihrem Hauptbetätigungsfeld wurde, war Tanja George als Filmemacherin aktiv. Besonders aufschlussreich ist hier der offizielle Screen Guide von Screen Australia, der mehrere ihrer Arbeiten mit Originalbeschreibungen führt:
| Film | Jahr | Länge | Rolle von Tanja George | Inhalt |
| Kiss Me | 1991 | 2 Min. | Autorin, Regisseurin, Produzentin | Humorvoller Kurzfilm über sexuelle Anziehung |
| Rosa L | 1994 | 12 Min. | Regie, Drehbuch | Mord und politische Intrige im Berlin des Winters 1919 |
| Wicked Women | 1995 | 16 Min. | Regie, Drehbuch, Schnitt, Co-Produktion | Drei Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten lösen sich von gesellschaftlichen Rollenerwartungen |
“Wicked Women” wurde 1998 beim Créteil International Women’s Film Festival sowie beim Frameline Film Festival in San Francisco gezeigt. Daneben führte Tanja George Regie bei der Dokumentation “Death and Passion”, die in Spanien entstand, sowie bei einer rund 9.000 Kilometer langen Reisedokumentation durch Australien für das deutsche Fernsehen.
Tanja George als Bildhauerin: Materialien, Ausstellungen, Auszeichnungen
Nach eigener Beschreibung geht es Tanja George in ihrer Bildhauerei nicht darum, Antworten zu liefern, sondern Fragen zum Universum, zur menschlichen Natur und zum Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt aufzuwerfen. Sie arbeitet mit einer breiten Materialpalette aus Bronze, Edelstahl, mechanischen Bauteilen, Fotografien und Verpackungsmaterialien – häufig, indem sie funktionale Alltagsgegenstände in neue Zusammenhänge stellt.
Einzelausstellungen (laut tanja-george.com):
- Descartes – Lancaster Press Gallery, Melbourne, 2007
- Metropolis – Yarra Sculpture Gallery, Melbourne, 2015
- Journey // Zehn – Angela Robarts-Bird Gallery, Melbourne, 2017
- Solar – Yarra Sculpture Gallery, Melbourne, 2021
Ausgewählte Gruppenausstellungen (2007–2019): Tanja George war regelmäßig an Gruppenausstellungen in Melbourne beteiligt, unter anderem an mehreren Ausgaben der Land-Art-Ausstellung From Nature im Gasworks Arts Park (2015–2018), an Bonanza und Water in der Yarra Sculpture Gallery sowie an Resounding Blue (Art in the Vines, Hanging Rock Vineyard, 2019) und Adaptation (Gasworks Arts Park, 2019).
Auszeichnungen und Auftragsarbeiten:
- 2007: Erster Preis, INSPIRED Art Prize, Melbourne
- 2014: Art Almanac Prize, Ausstellung Bonanza
- 2015: Curator’s Choice Award, From Nature
- Auftragsarbeit: 16 Bronzeskulpturen für das Park Hyatt Hotel Sydney
Tanja George und die Götz George Stiftung
Der Teil ihrer Biografie, der Tanja George am direktesten mit dem Erbe ihres Vaters verbindet, ist die 2017 gegründete Götz George Stiftung. Laut dem offiziellen Stiftungsimpressum wurde sie gemeinsam von Marika George und Tanja George als rechtsfähige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Berlin ins Leben gerufen. Vorstandsvorsitzende ist Marika George. Ziel der Stiftung ist die Würdigung und Unterstützung von Schauspielerinnen und Schauspielern.
Tanja Georges konkreter künstlerischer Beitrag ist die Skulptur des Götz George Preises, den sie selbst entwirft und von Hand fertigt. Die Form orientiert sich an der Unterschrift ihres Vaters. Bei der ersten Preisverleihung 2018 beschrieb sie den Schriftzug ihres Vaters als eine Verbindung aus Stärke und Verspieltheit.
Der Preis ist jährlich neu gefertigt, ein Unikat und mit 10.000 Euro dotiert. Laut der offiziellen Preisübersicht der Stiftung und der deutschsprachigen Wikipedia lauten die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger:
| Jahr | Preisträger/in |
| 2018 | Karin Baal |
| 2019 | Margit Carstensen |
| 2020 | Peter Striebeck |
| 2021 | Gudrun Ritter |
| 2022 | Matthias Habich |
| 2023 | Angela Winkler |
| 2024 | Michael Mendl |
| 2025 | Judy Winter |
Jede dieser Preisskulpturen wurde von Tanja George persönlich angefertigt. Neben dem Hauptpreis vergibt die Stiftung seit 2018 auch den Götz-George-Nachwuchspreis im Rahmen des FIRST STEPS Award für vielversprechende junge Schauspieltalente – dieser wird jedoch unabhängig von Tanja Georges künstlerischer Arbeit vergeben.
Tanja George heute: Was öffentlich bekannt ist – und was nicht
Im Unterschied zu ihrem Vater tritt Tanja George öffentlich kaum in Erscheinung. Ihre künstlerische Arbeit verteilt sich, soweit öffentlich nachvollziehbar, auf Melbourne und Berlin. Öffentlich sichtbar wird sie vor allem bei den jährlichen Verleihungen des Götz George Preises in Berlin, wo sie regelmäßig als Gestalterin der Preisskulptur in Erscheinung tritt.
Auf Instagram (@tanja_george) teilt sie gelegentlich Einblicke in ihre Arbeit als Bildhauerin; das Profil ist mit unter 500 Followern jedoch kein Kanal, der auf breite mediale Selbstvermarktung ausgelegt ist.
Zu ihrem Privatleben – etwa Partnerschaft oder Wohnort im Detail – liegen keine belastbaren, mehrfach bestätigten Angaben vor. Berichte, die hierzu konkrete Details behaupten, sollten mit Skepsis betrachtet werden, da ein Teil der online kursierenden Artikel über Tanja George erkennbar aus wenig überprüften, teils automatisiert wirkenden Quellen stammt.
Mehr lesen: Simone Felischak: Die vollständige Biografie von Rudi Carrells Witwe
Häufig gestellte Fragen zu Tanja George
Ja. Das ist durch mehrere Quellen bestätigt, unter anderem durch ein NDR-Porträt über Götz George. Tanja Georges Mutter ist die österreichische Schauspielerin Loni von Friedl.
Sie arbeitet als Bildhauerin und war zuvor als Journalistin und Filmemacherin tätig. Ihr Instagram-Profil beschreibt sie als “Sculptor Artist” mit Wirkungsorten in Melbourne und Berlin.
Ein Geburtsjahr (1967) wird nur in einer einzelnen, nicht durch weitere Quellen bestätigten Publikation genannt. Belastbare, mehrfach bestätigte Angaben zum genauen Geburtsdatum liegen aktuell nicht vor.
Dokumentiert im Screen Guide von Screen Australia sind “Kiss Me” (1991), “Rosa L” (1994) und “Wicked Women” (1995). Zusätzlich drehte sie die Dokumentation “Death and Passion” in Spanien und eine Reisedokumentation durch Australien.
Sie ist Mitgründerin der 2017 gegründeten Stiftung und entwirft sowie fertigt seit 2018 jedes Jahr die Skulptur des Götz George Preises von Hand.
Karin Baal (2018), Margit Carstensen (2019), Peter Striebeck (2020), Gudrun Ritter (2021), Matthias Habich (2022), Angela Winkler (2023), Michael Mendl (2024) und Judy Winter (2025).
Ja, sie ist unter @tanja_george auf Instagram vertreten, allerdings mit vergleichsweise wenigen Followern und ohne auffällige öffentliche Präsenz.
Er starb am 19. Juni 2016 im Alter von 77 Jahren. Die genauen medizinischen Umstände wurden nie offiziell im Detail bestätigt.
Fazit
Tanja George lässt sich nicht auf die Rolle der “Tochter von Götz George” reduzieren. Belegt durch ihre eigene Künstlerbiografie, den Screen Guide von Screen Australia und das Impressum der Götz George Stiftung zeichnet sich das Bild einer Frau, die sich über Journalismus, Film und schließlich Bildhauerei eine eigenständige, international sichtbare Laufbahn zwischen Australien und Deutschland aufgebaut hat. Gleichzeitig bewahrt sie über die von ihr gestaltete Preisskulptur eine sichtbare, künstlerisch eigene Verbindung zum Andenken ihres Vaters – seit 2018 jedes Jahr aufs Neue. Einige biografische Details – insbesondere ihr genaues Geburtsjahr und Angaben zu ihrem Privatleben – bleiben dagegen unbestätigt und sollten in weiterer Berichterstattung entsprechend vorsichtig behandelt werden.
